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Prof. Dr. Gunter Schubert, Mi. 9.7. / 18:00

Taiwans Demokratie und die chinesische Herausforderung – Rückblick und Ausblick

Prof. Dr. Peter Hoffmann, Do. 10.7. / 18:00

Zwischen Multikulturalität und Suche nach Identität – einige Bemerkungen zur Geschichte der taiwanischen Literatur

Chang I-Wen 張懿文, Fr. 11.7. / 18:00

Choreographing diversity and identity: the New Generation of Contemporary Dance in Taiwan

Dr. Ming-Yeh Rawnsley Tsai 蔡明燁Di. 15.7. / 18:00

Cultural Representation of Identities in Eat, Drink, Man, Woman

9.7. / 18:00 – Prof. Dr. Gunter Schubert

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Ort: Neue Aula, Hörsaal 14, Wilhelmstraße 7, 72074 Tübingen (Route)

Taiwans Demokratie und die chinesische Herausforderung – Rückblick und Ausblick

Prof. Dr. Gunter Schubert

Prof. Dr. Gunter Schubert

Taiwan begab sich Mitte der 1980er Jahre, nach Jahrzehnten autoritärer Herrschaft, auf den Weg einer politischen Liberalisierung. Heute ist die kleine Inselrepublik eine lebhafte Demokratie, die immer wieder die Frage nach ihrem Modellcharakter für die VR China aufwirft. Diese reklamiert die Souveränität über Taiwan als integralen Bestandteil ihres nationalen Territoriums. Obwohl sich das Verhältnis zwischen China und Taiwan seit einigen Jahren spürbar entspannt hat, sind die taiwanische Gesellschaft und ihre politischen Eliten uneins über die Frage, wie man dem chinesischen Souveränitätsanspruch mittel- und langfristig begegnen soll. Der Vortrag gibt einen Überblick über die jüngere politische Entwicklung Taiwans und setzt sich dann mit dem Widerspruch zwischen Integration und Eigenständigkeit auseinander, der Politik und Gesellschaft des Landes in hohem Maße prägt.

Gunter Schubert (Jahrg. 1963) ist seit Oktober 2003 Inhaber der neu geschaffenen Professur für Greater China Studies. Gegenstand in Forschung Lehre an diesem Lehrstuhl ist das moderne Chinesentum in seinen politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Dimensionen. Greater China umfasst dabei nicht nur die territorialen Entitäten VR China, Taiwan, Hongkong, Macao und Singapur, sondern auch das Auslandschinesentum in Südostasien und in der nicht-asiatischen Welt. Prof. Schubert ist außerdem Gründer und Direktor des European Research Center on Contemporary Taiwan (CCKF-ERCCT), das im Juni 2008 als Einrichtung der Universität Tübingen ins Leben gerufen wurde und in diesem Monat zu einem Overseas Center der Chiang Ching-Kuo Foundation for International Scholarly Exchange hochgestuft wird.

Gegenwärtige Forschungsschwerpunkte: Der Integrationsprozess zwischen den beiden Seiten der Taiwanstraße; die Frage der Legitimität politischer Herrschaft in der VR China; die Konstruktion von nationaler Identität in Greater China; der gegenwärtige (politische) Reformdiskurs in der VR China; ostasiatischer Regionalismus.

 

10.7. / 18:00 – Prof. Dr. Peter Hoffmann

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Ort: Neue Aula, Hörsaal 14, Wilhelmstraße 7, 72074 Tübingen (Route)

Zwischen Multikulturalität und Suche nach Identität – einige Bemerkungen zur Geschichte der taiwanischen Literatur

Prof. Dr. Peter Hoffmann

Prof. Dr. Peter Hoffmann

Der Vortrag richtet sich an Zuhörer mit wenig oder gar keinen Vorkenntnissen und zeigt vor dem historischen und gesellschaftlichen Hintergrund der Republik China die taiwanische Literatur in ihrem doppelten Spannungsfeld zwischen Identitätssuche nach innen und nach außen.

Hans Peter Hoffmann,

geboren 1957 in Saarbrücken, Studium der Sinologie und Germanistik in Tübingen, Taipeh, Hongkong und Peking.

Studien zur modernen chinesischen Literatur sowie zur klassischen daoistischen Philosophie, zur Übersetzungstheorie und -praxis, zur interkulturellen Germanistik und zu allgemein interkulturellen Fragestellungen. Zahlreiche Monographien und Übersetzungsbände zu zeitgenössischer chinesischer und taiwanischer Prosa und Lyrik. Zwei Übersetzungen von Werken des VR-Autors Liao Yiwu wurden 2011 bzw. 2012 mit dem Geschwister-Scholl-Preis bzw. dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Eigene literarische Arbeiten in den Bereichen Lyrik und Prosa, populärwissenschaftliche Arbeit zur klassischen chinesischen Philosophie, 2011 in Übersetzung in der VR China erschienen.

2005 ausgezeichnet mit dem Hans-Bernhard-Schiff-Literatur-Preis
2007/08 Literatur-Stipendium des Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg
Seit 2008 Mitherausgeber der Hefte für Ostasiatische Literatur
Seit 2009 apl Professor für Sinologie (Universität Tübingen)
2009-2014 Professor an der Fu-Jen Universität Taipei (Taiwan)

 

11.7. / 18:00 – Chang I-Wen 張懿文

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Ort: Hörsaal 002, Wilhelmstraße 19, 72074 Tübingen (Route)

Choreographing Diversity and Identity: the New Generation of Contemporary Dance in Taiwan

Chang I-Wen 張懿文

Chang I-Wen 張懿文

Tanz ist eine facettenreiche kulturelle Matrix, bei der Zeitgenössisches im Verein mit imaginierten Traditionen geschieht. Auch werden im Tanz komplexe philosophische Probleme und Entscheidungen verhandelt, so dass man ihn auch politisch verstehen kann. Unter diesen Vorzeichen widmet sich der Vortrag neben der weltberühmten Tanzkompagnie „Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan“ (雲門舞集) dem Schaffen junger Choreographen Taiwans wie Chou Shu-Yi (周書毅), Su Wen-Chi (蘇文琪) und Huang Yi (黃翊) und analysiert die ästhetischen Strömungen, denen sie folgen und die sie begründen. Wie Chang I-Wen zeigt, bieten die Choreographen der neuen Generation eine andere Perspektive auf Taiwans Kultur als diejenige des Cloud Gate Dance Theatre. Die Performance einer eigenen Solo-Choreographie von Frau Chang wird das Gesagte veranschaulichen.

Chang I-Wen ist Doktorandin am Department of World Arts and Cultures/Dance an der University of California, Los Angeles. Ihren Mastergrad von der Staatlichen Universität der Künste Taipei (TNUA) erwarb sie 2008 im Fach Kunstgeschichte und Kunstkritik. Ihre Forschungsinteressen erstrecken sich auf das deutsche Tanztheater, zeitgenössischen Bühnentanz in Taiwan und auf Phänomenologie und Probleme von Gender, Identität und “Rasse” im Salsa-Tanz. In ihrer Doktorarbeit erforscht sie, wie Taiwaner durch die Praxis des Salsa-Tanzens Identität konstruieren. Sie ist Ko-Autorin des Buches: Pina Bausch: Dancing for the World (Taipei: 2007), freie Mitarbeiterin der Redaktion der Zeitschriften Artistic Magazine (Taipei),  Performing Arts Review (Taipei) und Mitherausgeberin des BINDO PAPER, einer ebenfalls in Taipei ansässigen Halbjahresschrift zum experimentellen Tanz.

15.7. / 18:00 – Dr. Ming-Yeh Rawnsley Tsai 蔡明燁

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Ort: Neue Aula, Hörsaal 14, Wilhelmstraße 7, 72074 Tübingen (Route)

Cultural Representation of Identities in Eat, Drink, Man, Woman

Ming-Yeh Rawnsley Tsai 蔡明燁

Ming-Yeh Rawnsley Tsai 蔡明燁

Es wird gesagt, dass den Chinesen das Essen über alles geht. Daher bedienen sie sich unvermeidlich des Essens, von dem es ungezähligen Variationen gibt, deren Geschmacksnuancen teils subtiler sind, als es die Zunge vermitteln kann, um die Sprache zu sprechen, die Grundlage sozialer Interaktion ist.

Ein zentrales Motiv in Ang Lees Komödie EAT DRINK MAN WOMAN ist die Zubereitung von Mahlzeiten verschiedener Charaktere für verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Gründen. Der Vortrag vertritt daher die These, dass viele der im Film dargestellten zwischenmenschlichen Beziehungen sich durch das Essen und Trinken manifestieren. Außerdem verkörpert Essen, besonders in den Augen der Filmfiguren, Kompetenz, Wissen und Macht. Daher kann Essen oft mit dem Selbstbild und Identität in Verbindung gebracht werden, als auch in Status und Hierarchie übersetzt werden.

Kurz gesagt dient die Essensmetaphorik in EAT DRINK MAN WOMAN vier verschiedenen Zwecken: 1. Essensbezüge bereichern die Darstellung der Figuren; 2. Essensbezogene Handlungen, wie Kochen und Essen, symbolisieren Machtverhältnisse zwischen den Figuren; 3. der Geschmackssinn ist nicht auf Zunge und Gaumen beschränkt, und das Vergnügen beim Essen entsteht nicht allein aus Essen und Trinken; 4. Ang Lees Darstellung der chinesischen Küche ist ein Hoch auf lokale Kulturen – Essen ist mehr als Essen, es ist eine wunderbare Kunstform und ein Lebensstil.

Ming-Yeh T. Rawnsley, gebürtig aus Kaohsiung, Taiwan, ist assoziierte Forscherin am Centre of Taiwan Studies der School of Oriental and African Studies (SOAS), University of London als auch am China Policy Institute der Universität Nottingham. Sie hat in Taiwan als Journalistin und Fernsehdrehbuchautorin gearbeitet bis sie nach Großbritannien ging, um Ihre Dissertation über das öffentliche Fernsehen Taiwans abzuschließen. Von 2000 bis 2005 arbeitete sie am Institute of Asia-Pacific Studies der Universität Nottingham mit einem Forschungsschwerpunkt auf dem Zusammenhang zwischen Medien und Demokratisierung. Gemeinsam mit Ehemann, Prof. Gary Rawnsley, ging sie 2005 nach China, wo beide an der Zweigstelle der Universität Nottingham in Ningbo (UNNC) arbeiteten, Ming-Yeh als Leiterin der Abteilung China-Studien und des Instituts für Asien-Pazifik-Studien in Ningbo, Gary als Dekan der Zweigstelle. 2007 verließen sie Ningbo in Richtung Leeds, wo Ming-Yeh sich der Forschung zum chinesischsprachigen Kino zuwandte. 2013 zogen beide nach Aberystwyth in Wales. Ming-Yeh’s Forschung und Veröffentlichungen konzentrieren sich gegenwärtig auf drei Bereiche: 1. Ostasiatisches Kino, insbesondere Taiwanischer Film und chinesischsprachiges Kino; 2. Medien, Kultur und Demokratisierung in Taiwan und 3. transdisziplinärer Wissenschaftsdialog zwischen Taiwan und Großbritannien.