15.7. / 18:00 – Dr. Ming-Yeh Rawnsley Tsai 蔡明燁

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Ort: Neue Aula, Hörsaal 14, Wilhelmstraße 7, 72074 Tübingen (Route)

Cultural Representation of Identities in Eat, Drink, Man, Woman

Ming-Yeh Rawnsley Tsai 蔡明燁

Ming-Yeh Rawnsley Tsai 蔡明燁

Es wird gesagt, dass den Chinesen das Essen über alles geht. Daher bedienen sie sich unvermeidlich des Essens, von dem es ungezähligen Variationen gibt, deren Geschmacksnuancen teils subtiler sind, als es die Zunge vermitteln kann, um die Sprache zu sprechen, die Grundlage sozialer Interaktion ist.

Ein zentrales Motiv in Ang Lees Komödie EAT DRINK MAN WOMAN ist die Zubereitung von Mahlzeiten verschiedener Charaktere für verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Gründen. Der Vortrag vertritt daher die These, dass viele der im Film dargestellten zwischenmenschlichen Beziehungen sich durch das Essen und Trinken manifestieren. Außerdem verkörpert Essen, besonders in den Augen der Filmfiguren, Kompetenz, Wissen und Macht. Daher kann Essen oft mit dem Selbstbild und Identität in Verbindung gebracht werden, als auch in Status und Hierarchie übersetzt werden.

Kurz gesagt dient die Essensmetaphorik in EAT DRINK MAN WOMAN vier verschiedenen Zwecken: 1. Essensbezüge bereichern die Darstellung der Figuren; 2. Essensbezogene Handlungen, wie Kochen und Essen, symbolisieren Machtverhältnisse zwischen den Figuren; 3. der Geschmackssinn ist nicht auf Zunge und Gaumen beschränkt, und das Vergnügen beim Essen entsteht nicht allein aus Essen und Trinken; 4. Ang Lees Darstellung der chinesischen Küche ist ein Hoch auf lokale Kulturen – Essen ist mehr als Essen, es ist eine wunderbare Kunstform und ein Lebensstil.

Ming-Yeh T. Rawnsley, gebürtig aus Kaohsiung, Taiwan, ist assoziierte Forscherin am Centre of Taiwan Studies der School of Oriental and African Studies (SOAS), University of London als auch am China Policy Institute der Universität Nottingham. Sie hat in Taiwan als Journalistin und Fernsehdrehbuchautorin gearbeitet bis sie nach Großbritannien ging, um Ihre Dissertation über das öffentliche Fernsehen Taiwans abzuschließen. Von 2000 bis 2005 arbeitete sie am Institute of Asia-Pacific Studies der Universität Nottingham mit einem Forschungsschwerpunkt auf dem Zusammenhang zwischen Medien und Demokratisierung. Gemeinsam mit Ehemann, Prof. Gary Rawnsley, ging sie 2005 nach China, wo beide an der Zweigstelle der Universität Nottingham in Ningbo (UNNC) arbeiteten, Ming-Yeh als Leiterin der Abteilung China-Studien und des Instituts für Asien-Pazifik-Studien in Ningbo, Gary als Dekan der Zweigstelle. 2007 verließen sie Ningbo in Richtung Leeds, wo Ming-Yeh sich der Forschung zum chinesischsprachigen Kino zuwandte. 2013 zogen beide nach Aberystwyth in Wales. Ming-Yeh’s Forschung und Veröffentlichungen konzentrieren sich gegenwärtig auf drei Bereiche: 1. Ostasiatisches Kino, insbesondere Taiwanischer Film und chinesischsprachiges Kino; 2. Medien, Kultur und Demokratisierung in Taiwan und 3. transdisziplinärer Wissenschaftsdialog zwischen Taiwan und Großbritannien.

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