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Vorträge

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Prof. Dr. Gunter Schubert, Mi. 9.7. / 18:00

Taiwans Demokratie und die chinesische Herausforderung – Rückblick und Ausblick

Prof. Dr. Peter Hoffmann, Do. 10.7. / 18:00

Zwischen Multikulturalität und Suche nach Identität – einige Bemerkungen zur Geschichte der taiwanischen Literatur

Chang I-Wen 張懿文, Fr. 11.7. / 18:00

Choreographing diversity and identity: the New Generation of Contemporary Dance in Taiwan

Dr. Ming-Yeh Rawnsley Tsai 蔡明燁Di. 15.7. / 18:00

Cultural Representation of Identities in Eat, Drink, Man, Woman

Licht und Schatten zwischen den Epochen: Fotos von Teng Nan-kuang (1907-1971)

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Zeit: Mo. 7.7. – Di. 15.7. Mo.-Fr. 09:00-22:00, Sa. 09:00-13:00

Teng Nan-Kuang 鄧南光

Teng Nan-Kuang 鄧南光

Ort: Neue Aula, Wilhelmstraße 7, 72074 Tübingen (Route)

Fotograf: Teng Nan-Kuang 鄧南光 (1907-1971)

Teng Nan-Kuang (eigentlicher Name Teng T’eng-Hui) wurde 1907 in Beipu im Kreis Hsin-chu (Nordtaiwan) in den wohlhabenden Jiang-Clan geboren: einen der alteingesessenen Familien des Ortes. Er wurde zu einem der Pioniere der taiwanesischen Photographie. Schon im Jahre 1924, als er in Japan die Oberschule besuchte, kam  Teng mit der Photographie in Kontakt. Nach 1929, während seines Studiums an der  Hosei-Universität (Japan),  trat er einem studentischen Photographie-Club bei und wurde so mit modernen photographischen Techniken vertraut. Er erwarb eine gebrauchte Leica A, und begann, künstlerische Aufnahmen zu machen.
Im Jahre 1935 kam er zurück nach Taiwan und eröffnete in Taipeh im Stadtteil Kyo-machi (in der Nähe des heutigen Hauptbahnhofes) seinen „Nan-Kuang Photoladen“. Dies war der Grund, dass er seinen eigenen Namen später in „Nan-Kuang“ änderte. Zu dieser Zeit begann  Teng Nan-kuang, Motive wie die Volksbräuche, das alltägliche Leben und die Landschaften seiner Heimat Hsin-chu und Nordtaiwans  photographisch festzuhalten. Im Zweiten Weltkrieg wurde er einer der wenigen Photographen Taiwans, die über eine offizielle Genehmigung der japanischen Militärverwaltung verfügten. Nach dem Krieg begründete Teng die „Gesellschaft für Photographie“ und setzte sich auf vielen Wegen für die allgemeine Verbreitung der Photographie ein. Zusammen mit seinen ebenfalls berühmten Kollegen Chang Tsai und Li Ming-Diao wurde er zu den „drei Musketieren der Photographie“  Taiwans gezählt. In seinen späteren Jahren arbeitete Herr Teng bei der US-Marine als medizinischer Photograph bei der U.S. Naval Medical Research Unit No. 2. Er starb im Jahre 1971.

7.7. / 17:00 – Eröffnung

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Ort: Neue Aula, Geschwister-Scholl-Platz (Route)

Festakt zur Eröffnung des Spotlight Taiwan-Programms
- Programm -
17:00 Uhr Grußwort des Rektors, Prof. Dr. Bernd Engler

17:10 Uhr Grußwort des CCKF-ERCCT-Direktors, Prof. Dr. Gunter Schubert

17:20 Uhr Grußwort der Repräsentantin der Republik China (Taiwan), Ihre Exzellenz Agnes  Hwa-Yue CHEN

17:30 Uhr Festvortrag von Prof. Dr. Peter Hoffmann: Mit den Füßen denken – Festvortrag zur Eröffnung des Spotlight Taiwan-Programms

18:00 Uhr Tanzdarbietung, I-Wen CHANG: Im Bambushain  - Tanz der Dai-Minorität

18:10 Uhr Schlusswort des CCKF-ERCCT-Direktors, Prof. Dr. Gunter Schubert

18.20 Uhr Umtrunk vor dem Festsaal

9.7. / 18:00 – Prof. Dr. Gunter Schubert

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Ort: Neue Aula, Hörsaal 14, Wilhelmstraße 7, 72074 Tübingen (Route)

Taiwans Demokratie und die chinesische Herausforderung – Rückblick und Ausblick

Prof. Dr. Gunter Schubert

Prof. Dr. Gunter Schubert

Taiwan begab sich Mitte der 1980er Jahre, nach Jahrzehnten autoritärer Herrschaft, auf den Weg einer politischen Liberalisierung. Heute ist die kleine Inselrepublik eine lebhafte Demokratie, die immer wieder die Frage nach ihrem Modellcharakter für die VR China aufwirft. Diese reklamiert die Souveränität über Taiwan als integralen Bestandteil ihres nationalen Territoriums. Obwohl sich das Verhältnis zwischen China und Taiwan seit einigen Jahren spürbar entspannt hat, sind die taiwanische Gesellschaft und ihre politischen Eliten uneins über die Frage, wie man dem chinesischen Souveränitätsanspruch mittel- und langfristig begegnen soll. Der Vortrag gibt einen Überblick über die jüngere politische Entwicklung Taiwans und setzt sich dann mit dem Widerspruch zwischen Integration und Eigenständigkeit auseinander, der Politik und Gesellschaft des Landes in hohem Maße prägt.

Gunter Schubert (Jahrg. 1963) ist seit Oktober 2003 Inhaber der neu geschaffenen Professur für Greater China Studies. Gegenstand in Forschung Lehre an diesem Lehrstuhl ist das moderne Chinesentum in seinen politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Dimensionen. Greater China umfasst dabei nicht nur die territorialen Entitäten VR China, Taiwan, Hongkong, Macao und Singapur, sondern auch das Auslandschinesentum in Südostasien und in der nicht-asiatischen Welt. Prof. Schubert ist außerdem Gründer und Direktor des European Research Center on Contemporary Taiwan (CCKF-ERCCT), das im Juni 2008 als Einrichtung der Universität Tübingen ins Leben gerufen wurde und in diesem Monat zu einem Overseas Center der Chiang Ching-Kuo Foundation for International Scholarly Exchange hochgestuft wird.

Gegenwärtige Forschungsschwerpunkte: Der Integrationsprozess zwischen den beiden Seiten der Taiwanstraße; die Frage der Legitimität politischer Herrschaft in der VR China; die Konstruktion von nationaler Identität in Greater China; der gegenwärtige (politische) Reformdiskurs in der VR China; ostasiatischer Regionalismus.

 

10.7. / 18:00 – Prof. Dr. Peter Hoffmann

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Ort: Neue Aula, Hörsaal 14, Wilhelmstraße 7, 72074 Tübingen (Route)

Zwischen Multikulturalität und Suche nach Identität – einige Bemerkungen zur Geschichte der taiwanischen Literatur

Prof. Dr. Peter Hoffmann

Prof. Dr. Peter Hoffmann

Der Vortrag richtet sich an Zuhörer mit wenig oder gar keinen Vorkenntnissen und zeigt vor dem historischen und gesellschaftlichen Hintergrund der Republik China die taiwanische Literatur in ihrem doppelten Spannungsfeld zwischen Identitätssuche nach innen und nach außen.

Hans Peter Hoffmann,

geboren 1957 in Saarbrücken, Studium der Sinologie und Germanistik in Tübingen, Taipeh, Hongkong und Peking.

Studien zur modernen chinesischen Literatur sowie zur klassischen daoistischen Philosophie, zur Übersetzungstheorie und -praxis, zur interkulturellen Germanistik und zu allgemein interkulturellen Fragestellungen. Zahlreiche Monographien und Übersetzungsbände zu zeitgenössischer chinesischer und taiwanischer Prosa und Lyrik. Zwei Übersetzungen von Werken des VR-Autors Liao Yiwu wurden 2011 bzw. 2012 mit dem Geschwister-Scholl-Preis bzw. dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Eigene literarische Arbeiten in den Bereichen Lyrik und Prosa, populärwissenschaftliche Arbeit zur klassischen chinesischen Philosophie, 2011 in Übersetzung in der VR China erschienen.

2005 ausgezeichnet mit dem Hans-Bernhard-Schiff-Literatur-Preis
2007/08 Literatur-Stipendium des Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg
Seit 2008 Mitherausgeber der Hefte für Ostasiatische Literatur
Seit 2009 apl Professor für Sinologie (Universität Tübingen)
2009-2014 Professor an der Fu-Jen Universität Taipei (Taiwan)

 

11.7. / 18:00 – Chang I-Wen 張懿文

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Ort: Hörsaal 002, Wilhelmstraße 19, 72074 Tübingen (Route)

Choreographing Diversity and Identity: the New Generation of Contemporary Dance in Taiwan

Chang I-Wen 張懿文

Chang I-Wen 張懿文

Tanz ist eine facettenreiche kulturelle Matrix, bei der Zeitgenössisches im Verein mit imaginierten Traditionen geschieht. Auch werden im Tanz komplexe philosophische Probleme und Entscheidungen verhandelt, so dass man ihn auch politisch verstehen kann. Unter diesen Vorzeichen widmet sich der Vortrag neben der weltberühmten Tanzkompagnie „Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan“ (雲門舞集) dem Schaffen junger Choreographen Taiwans wie Chou Shu-Yi (周書毅), Su Wen-Chi (蘇文琪) und Huang Yi (黃翊) und analysiert die ästhetischen Strömungen, denen sie folgen und die sie begründen. Wie Chang I-Wen zeigt, bieten die Choreographen der neuen Generation eine andere Perspektive auf Taiwans Kultur als diejenige des Cloud Gate Dance Theatre. Die Performance einer eigenen Solo-Choreographie von Frau Chang wird das Gesagte veranschaulichen.

Chang I-Wen ist Doktorandin am Department of World Arts and Cultures/Dance an der University of California, Los Angeles. Ihren Mastergrad von der Staatlichen Universität der Künste Taipei (TNUA) erwarb sie 2008 im Fach Kunstgeschichte und Kunstkritik. Ihre Forschungsinteressen erstrecken sich auf das deutsche Tanztheater, zeitgenössischen Bühnentanz in Taiwan und auf Phänomenologie und Probleme von Gender, Identität und “Rasse” im Salsa-Tanz. In ihrer Doktorarbeit erforscht sie, wie Taiwaner durch die Praxis des Salsa-Tanzens Identität konstruieren. Sie ist Ko-Autorin des Buches: Pina Bausch: Dancing for the World (Taipei: 2007), freie Mitarbeiterin der Redaktion der Zeitschriften Artistic Magazine (Taipei),  Performing Arts Review (Taipei) und Mitherausgeberin des BINDO PAPER, einer ebenfalls in Taipei ansässigen Halbjahresschrift zum experimentellen Tanz.